Die gängigsten kinder- und
jugendpsychatrischen Störungsbilder
kurz erklärt:
Kernsymptome des ADS sind eine verminderte Konzentration und Daueraufmerksamkeit und erhöhte Impulsivität. Da hier kein übermäßig gesteigerter Bewegungsdrang vorliegt,
fallen die Betroffenen am Ehesten durch vermehrtes "Träumen" und Unaufmerksamkeit auf.Beim ADHS bestehen neben den Kernsymptomen der ADS zusätzlich ein gesteigerter Bewegungsdrang im Sinne einer Hyperaktivität.
Störungen des Sozialverhaltens sind eine Gruppe von psychischen Störungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Der Begriff umfasst eine große Vielfalt unkontrollierter Verhaltensweisen, denen ein sich wiederholendes und andauerndes Muster dissozialen, aggressiven oder aufsässigen Verhaltens gemeinsam ist.
Bei Tics handelt es sich um nicht rhythmische, weitgehend unwillkürliche Bewegungen oder Lautäußerungen, ohne dass ein offensichtlicher Zweck zu erkennen ist. Die Tics sind plötzlich auftretend und rasch ablaufend, sich einzeln oder in Serien wiederholend. Tics können für unterschiedliche Zeiträume unterdrückt werden und müssen manchmal aus einem inneren sensomotorischen Drang heraus initiiert werden. Sowohl motorische als auch vokale Tics können in einfacher oder komplexer Form auftreten und unter emotionaler Erregung (freudig oder ärgerlich) verstärkt vorkommen. Tics sind in allen Schlafstadien beobachtbar, allerdings in abgeschwächter Form. Sie verändern sich im Zeitverlauf hinsichtlich Art, Intensität, Häufigkeit und Lokalisation.
Von der Angst als notwendigem und normalen Affekt unterscheidet sich die pathologische Angst durch folgende wichtige Merkmale: Die Angstreaktion ist gegenüber den Bedrohungsquellen unangemessen. Die Symptomausprägung, wie Angstintensität ist überhöht. Hintergrund kann eine abnorme Angstbewältigung sein, die einen erheblichen subjektiven und körperlichen Beeinträchtigungsgrad bedingt.
Es bestehen bei den Betroffenen Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen als innerer Drang. Der Betroffene wehrt sich gegen das Auftreten der Zwänge und erlebt diese als übertrieben, sinnlos und oftmals quälend.
Bei einer Phobie handelt es sich um eine übertriebene Angst vor ganz bestimmten Situationen, Gegenständen, Tätigkeiten oder Personen Situationen. Sie äußert sich im übermäßigen Wunsch, den Anlass der Angst zu vermeiden.
Als Störung mit Trennungsangst wird eine Trennungsangst bezeichnet, die sich durch eine unübliche Ausprägung, eine abnorme Dauer über die typische Altersstufe hinaus und durch deutliche Probleme in sozialen Funktionen auszeichnet. Insbesondere kommt kann es zu Schulvermeidung und zum Verlust sozialer Bindungen außerhalb der Familie kommen.
Die Akute Belastungsreaktion ist meist die Folge einer außergewöhnlichen psychischen Belastung, für die der Betroffene keine geeignete Bewältigungsstrategie nutzen kann. Sie ist zunächst nicht als krankhafte Störung, sondern als normale Reaktion zu bewerten. Sie kann einher gehen mit Ängsten bis hin zur Panik, Schlafstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, Leistungsknick, depressiven Symptomen und verschiedenem mehr.
Die Posttraumatische Belastungsstörung ist Folge einer verzögerten Reaktion auf ein belastendes Ereignis von erheblicher Tragweite. Es kann zu unterschiedlichen Symptomen kommen. Schwere, Zeitpunkt und Dauer der zugrundeliegenden Traumatisierung haben dabei Auswirkungen auf das Ausmaß und den Grad der Störungen.
Leitsymptom sind an sich normale Verhaltensweisen und Angstreaktionen in verstärkter Ausprägung und/oder über das typische Alter hinaus.
Leitsymptome sind dauerhafte niedergeschlagene Stimmung, Weinerlichkeit, Verlust von Antrieb, Interesse und Freude, Reizbarkeit, Spielunlust, sozialer Rückzug, Suizidgedanken, Schlafstörungen, Appetitveränderungen.
Selbstverletzendes Verhalten ist häufig Ausdruck einer Belastungssituation, in der durch die Selbstverletzung erlebte Schmerzen zum Beispiel von quälenden Gedanken ablenken. Häufig werden diese Verletzungen im Verborgenen gesetzt und an Körperstellen, die normalerweise nicht sichtbar sind. Selbstverletzendes Verhalten muss immer psychologisch oder psychiatrisch abgeklärt werden.
Sollte sich eine Kind oder ein Jugendlicher suizidale Absichten äußern oder sich Hinweise finden, die einen solchen Verdacht auslösen, muss der oder die Betroffene immer psychologisch oder psychiatrisch gesehen werden. Sollte die Situation unübersichtlich werden, so dass eine Verantwortung nicht mehr übernommen werden kann oder auch nur Zweifel in dieser Hinsicht bestehen, muss eine umgehende notfallmäßige Vorstellung in der Zuständigen Klinik erfolgen.
Personen mit einer Persönlichkeitsstörung zeigen bestimmte Muster von innerem Erleben und Verhalten, die deutlich von der Mehrheit der Bevölkerung abweichen und ihren Beginn in der Kindheit und Jugend haben. Diese Abweichungen zeigen sich im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und oft insbesondere in den Beziehungen zu anderen. Die Muster sind stabil zeigen sich in verschiedenen Situationen.
Als Psychose bezeichnet man allgemein eine psychische Störung, bei der ein struktureller Wandel im Erleben des Betroffenen feststellbar ist. Entsprechend ihrer Ursache werden organische und nicht-organische Psychosen unterschieden. Bei den organischen Psychosen gibt es reversible und irreversible Formen. Die häufigste Form der nicht-organischen Psychosen ist die Schizophrenie. Auch die Schizophrenie wird in verschiedene Subtypen unterteilt. Sie werden auch oft als schizophrene Psychosen bezeichnet. Kennzeichnend für schizophrene Psychosen ist ein Nebeneinander von gesunden und veränderten Verhaltensweisen und Erleben bei den Betroffenen, die sehr variieren oder auch schubweise verlaufen können.
Mit Essstörung bezeichnet man eine Verhaltensstörung mit oft ernsthaften und langfristigen Gesundheitsschäden. Zentral ist die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema "Essen" meist vor dem Hintergrund einer Körperschemastörung, d.h. einer gestörten Einstellung zum eigenen Körper oder einer psychosozialen Störung. Sie betrifft die Nahrungsaufnahme oder deren Verweigerung.
Die häufigsten Formen sind hier kurz erläutert, darüber hinaus werden noch weitere Formen beschrieben, wie die Binge-Eating-Störung, das Pica-Syndrom, die Orthorexia nervosa und die Anorexia athletica.
Esssucht
Mit Esssucht ist die zwanghafte Beschäftigung mit dem Thema "Essen" und einer nur noch bedingt kontrollierten Nahrungsaufnahme gemeint. Sie führt meist zu erheblichem Übergewicht mit allen damit verbundenen gesundheitlichen Folgen. Insbesondere in der Wachstumszeit bedarf sie dringender Behandlung.
Anorexia nervosa
Die Anorexia nervosa wird auch als Magersucht bezeichnet und beschreibt eine Störung, die durch absichtlichen und selbst herbei geführten Gewichtsverlust gekennzeichnet ist. Etwa 10 Prozent der betroffenen Patienten sterben an den Folgen dieser Störung.
Bulimia nervosa
Die Bulimia nervosa wird auch als Ess-Brech-Sucht bezeichnet. Die betroffenen zeigen eine große Furcht vor Gewichtszunahme, weshalb sie erbrechen, abführende Maßnahmen ergreifen, sich übermäßig bewegen oder andere Manipulationen vornehmen. Durch den hiermit verbundenen Mangelzustand kommt es zu Ess-Attacken, die wiederum den Wunsch nach gewichtsreduzierenden Maßnahmen auslösen.
s. hierzu: Body-Maß-Index Rechner für Kinder und Jugendliche
Bei den Schlafstörungen werden Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, vorzeitiges Erwachen, Albträume (mit oder ohne Erwachen), Schlafwandeln und das vermehrte Schlafbedürfnis (Hypersomnie) unterschieden. Oft helfen schlafhygienische Maßnahmen wie das Einführen von abendlichen Ritualen und das Einhalten fester Schlafzeiten.
Als Einnässen (Enuresis) wird unwillkürlicher Harnabgang mehrmals die Woche ab einem Alter von 5 Jahren bezeichnet. Es wird die Enuresis nocturna (ausschließlich nachts) von der Enuresis diurna (ausschließlich am Tage) unterschieden. Mischtypen sind möglich. Das Einkoten (Enkopresis) beschreibt das Absetzen von Stuhl an dafür nicht vorgesehener Stelle ab dem Alter von 4 Jahren.
Als Autismus wird eine angeborene abweichende Informationsverarbeitung beschrieben, die sich durch Schwächen in sozialer Interaktion und Kommunikation sowie stereotype Verhaltensweisen bei Stärken in den Bereichen Wahrnehmung, Gedächtnis und Intelligenz zeigen können. Dies ist je nach Typ der vorliegenden Störung verschieden, deren Abgrenzung eine differenzierte Diagnostik nötig macht. Es werden der frühkindliche Autismus und das Asperger-Syndrom unterschieden.
Mutismus ist eine Kommunikationsstörung, bei der keine Defekte des Sprechens oder des Gehörs vorliegen. Der Mutismus tritt mehrheitlich in Verbindung mit einer Sozialphobie auf. Im Jugend- und Erwachsenenalter ist das Schweigen häufig eingebettet in eine depressive Störung.
- Substanzmissbrauch und -abhängigkeit bei illegalen Drogen
- Substanzmissbrauch und -abhängigkeit bei Alkohol, Tabak, Medikamenten